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Ketogene Ernährung als Lösung: Wie sie bei CED (IBD) und Zöliakie helfen kann

In diesem Blogbeitrag möchte ich mit euch über ein Thema sprechen, das vielen Menschen Sorgen bereitet: chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED oder Inflammatory bowel disease (IBD)) und Zöliakie, was auch als glutensensitive Enteropathie bekannt ist. Diese beiden Erkrankungen können erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen haben und erfordern oft eine sorgfältige Anpassung der Ernährung.


Erika Buerger, Gluten bei CED
Quelle: Erika Buerger

Das Doppelte Leid: CED und Zöliakie im Fokus

Beginnen wir mit einer kurzen Einführung in das Krankheitsbild der Zöliakie. Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Verzehr von Gluten, einem Protein, das in Weizen, Gerste, Dinkel und Roggen sowie den daraus hergestellten Lebensmitteln vorkommt, zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut führt. Dies kann eine Vielzahl von Symptomen verursachen, darunter Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust, Blähungen und Müdigkeit. Langfristig kann Zöliakie zu einer Beeinträchtigung der Nährstoffaufnahme führen und verschiedene Komplikationen nach sich ziehen.


Für Menschen mit CED, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, kann der Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln aber auch von in Weizen vorkommenden Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs) ebenfalls problematisch sein. Gluten / ATIs können eine entzündliche Reaktion im Darm auslösen und dadurch zu Schüben bei CED-Patienten führen. Daher ist es wichtig, dass Menschen mit CED ihre Ernährung sorgfältig überwachen und gegebenenfalls glutenhaltige Lebensmittel vermeiden.


Es ist übrigens im Raum der Europäischen Union (EU) gesetzlich vorgeschrieben, in der Zutatenliste von Lebensmitteln auf den Inhaltsstoff "Gluten" oder "Weizen" hinzuweisen. Beim Hinweis „Kann Spuren von Gluten / Weizen enthalten“ handelt es sich wiederum um eine freiwillige Angabe der Lebensmittelhersteller. Woher weiß ich es? Ich war über 4 Jahre im Lebensmittel-Einzelhandel für die Optimierung von Geschäftprozessen, explizit im Bereich Brot und Backwaren tätig! Also ist beim Einkaufen etwas Vorsicht geboten, da sich diese "unverträglichen Proteine" in bestimmten Lebensmitteln doch "verstecken" können.


Glutenunverträglichkeit: Diagnose und Herausforderungen bei CED-Patienten

Die Diagnose einer Glutenunverträglichkeit kann eine Herausforderung sein, da die Symptome von CED und Zöliakie sich oft überschneiden. Eine Blutuntersuchung auf Antikörper gegen bestimmte Glutenproteine, wie Anti-Gliadin-Antikörper und Anti-Tissue-Transglutaminase-Antikörper, kann ein erster Schritt sein, um eine Zöliakie zu diagnostizieren. Bei einem positiven Testergebnis wird eine Dünndarmbiopsie durchgeführt, um eine Entzündung und Schädigung der Dünndarmschleimhaut festzustellen. Nur durch eine umfassende Untersuchung kann eine korrekte Diagnose gestellt werden und die richtige Behandlung eingeleitet werden.


Laut einer kanadischen Meta-Analyse aus 2020 (s. Quellen) besteht sogar ein wahrscheinlicher Zusammenhang, dass Patienten mit CED ein erhöhtes Risiko für Zöliakie und umgekehrt haben. Hierbei wurden 65 von über 9700 identifizierten Studien systematisch untersucht. Auf der Grundlage der Erkenntnisse dieser Studie könnten somit Ärzte/Ärztinnen bei Patienten/innen, die schlecht auf eine geeignete Therapie ansprechen, CED oder Zöliakie als zusätzliche Diagnosen in Betracht ziehen.


Die Macht der ketogenen Ernährung: Entzündungshemmende Effekte für CED und Zöliakie

Eine mögliche Option für Menschen mit CED und Zöliakie ist daher die ketogene Ernährung. Sie ist eine fettreiche, kohlenhydratarme Ernährungsform, die den Körper in einen Zustand der Ketose versetzt. Bei der Ketose nutzt der Körper Fett anstelle von Kohlenhydraten als Hauptenergiequelle. Da glutenhaltige Lebensmittel in der ketogenen Ernährung vermieden werden, kann diese Ernährungsform für Menschen mit Zöliakie besonders vorteilhaft sein.


Seitdem ich mich ketogen ernähre, habe ich übrigens gar keine Verdauungsprobleme mehr. Während den Keto-Pausen, wo ich ab und an auf weizen-/glutenhaltige Produkte zugreife, beobachte ich allerdings sofort Darm-Beschwerden, die wiederum durch den Umstieg auf "Keto" sofort wieder weggehen! Auf Zöliakie wurde ich nicht untersucht, vielleicht ist da was dran, was in der obigen Meta-Studie genannt wird...
 

Abschließend lässt sich sagen, dass eine gluten-/weizenfreie Ernährung für Menschen mit CED und Zöliakie von großer Bedeutung ist. Gluten kann die Symptome verstärken und zu weiteren Komplikationen führen. Die ketogene Ernährung bietet eine interessante Option, um den Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln zu vermeiden und entzündungshemmende Effekte zu erzielen.


Ich hoffe, dieser Blogbeitrag hat euch einen Einblick in das Thema CED, Zöliakie und ketogene Ernährung gegeben. Wenn ihr selbst Erfahrungen oder Fragen dazu habt, teilt sie gerne in den Kommentaren mit. Bis zum nächsten Mal!


Eure Erika,

Keto4CED


Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Bitte konsultieren Sie immer einen Arzt oder eine medizinische Fachkraft, bevor Sie Änderungen an Ihrer Ernährung oder Behandlung vornehmen.

Quellen


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